Die sehr gelungene Auftaktveranstaltung für die gleichnamige Vortragsreihe „Aufwachsen mit Smartphone, Tablet und Co. – (wie) geht das?“ fand mit rund 80 Eltern, Familien und Interessierten am Samstag, 10.11. statt.

Im ersten Vortrag ging die Medienpädagogin Dr. Senta Pfaff-Rüdiger auf das Thema Erziehung im Zeitalter neuer Medien ein. Zur äußerst aktuellen Fragestellung, wie Kinder im Umgang mit Smartphone und Co. begleitet und geschützt werden können, äußerte sich die Referentin mit vielen praktischen Beispielen und mit Informationen aus ihrem breiten Wissensspektrum. Sie regte an, die neuen Medien nicht zu verteufeln, dass Eltern ihr eigenes Mediennutzungsverhalten im Blick haben sollten und den Gebrauch von Smartphone, Tablet und Co. am Entwicklungsstand des eigenen Kindes festmachen sollten. Insbesondere bei der Mediennutzung, wie z. B. beim Anschauen von Filmen auf YouTube empfahl sie den Eltern, ihre Kinder dabei zu begleiten. Für die Zeit der Nutzung sozialer Medien schaffe dies eine vertrauensvolle Grundlage, um Einblick zu haben und um über Kritisches sprechen zu können. Ein Verzicht auf Smartphone und Co. in den ersten drei Lebensjahren des Kindes schade nicht und falls dieses Medium eingesetzt werde, dann nur in sparsamer zeitlicher Form.

In einem weiteren Vortrag zum Thema „Welches Spielzeug für mein Kind? Spielzeugauswahl zwischen Smartphone, Konsole und Teddybär“ ging der Spieleforscher Volker Mehringer von der Universität Augsburg auf das Spielen mit analogem und digitalem Spielzeug ein und auf den Unterschied zwischen digitalem und traditionellem Spielzeug nach ihrer Wertigkeit. In mancher Hinsicht sei das traditionelle Spielzeug dem Digitalen immer noch vorzuziehen, was zum Beispiel den Kontakt zwischen Eltern und Kind im gemeinsamen Spiel anginge. Er ging auf kulturkritische Sichtweisen zu digitalen Medien ein und relativierte Warnungen vor digitalem Spielzeug angesichts früherer Warnungen bei neuen Entwicklungen, wie z. B. zu Beginn des Fernsehens. Erhöhte Gewaltbereitschaft, Probleme im Lernverhalten bei Kindern und Jugendlichen fänden ihre Ursächlichkeit zumeist nicht allein beim digitalen Spielen, sondern es seien weitaus mehr Faktoren mit im Spiel. Volker Mehringer empfahl den Eltern, ihre Kinder beim Spielen zu begleiten, mit ihnen zusammen spielerisch Zeit zu verbringen und mit einander Spaß zu haben. Vertrauen und Offenheit zwischen Eltern und Kinder könnten im Internetzeitalter ein großer Schutzfaktor sein.
Parallel zu den den Vorträgen fand ein abwechslungsreiches Kinderbetreuungsangebot statt. In der Kreativwerkstatt für Kinder von 6 bis 11 Jahren beschäftigten sich die Kinder mit Mosaiklegen und mit Upcycling für die Fernkommunikation. Zur Geschichte „Pippo ist zu spät“ bastelten und malten die Kleinen von drei bis fünf Jahren. Dazwischen unterhielt die Märchenerzählerin Ulrike Mommendey die Kinder mit ihren Mit Mach Märchen. Das Angebot wurde sehr gut angenommen.

Die Auftaktveranstaltung mit ihren interessanten und spannenden Vorträgen eröffnete die gleichnamige Vortragsreihe für Eltern, Familien, Interessierte und Fachkräfte. Sie erstreckt sich bis Ende Januar 2019.

Die Vortragsreihe findet ihren Abschluss am 29.01.2019 mit dem Vortrag des Experten für Internetkriminalität Cem Karakaya in der August-Horch-Schule.

Näheres zur Vortragsreihe unter: www.familienbildung.ingolstadt.de